Autor des Best Papers ist Dr. Max Braun vom Lehrstuhl für Strategische Unternehmensführung der LMU School of Management. Die Studie entstand in Kooperation mit Kolleginnen der ESCP Business School, der Univesität der Bundeswehr München.
Die Forschung untersucht, wie politische und ideologische Unterschiede innerhalb der obersten Führungsebene strategische Entscheidungen beeinflussen. Wenn strategische Entscheidungsträgerinnen und -träger stark unterschiedliche politische Positionen vertreten, können gemeinsame Prioritäten und Entscheidungsprozesse ins Stocken geraten. Unternehmen riskieren dann nicht nur Konflikte, sondern auch strategische Lähmung.
Anhand von Daten zu S&P-500-Unternehmen aus den Jahren 2011 bis 2023 zeigt die Untersuchung dies insbesondere am Beispiel von ESG-Themen - also Umwelt, Soziales und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Je größer die ideologische Distanz innerhalb des strategischen Führungssystems ist, desto schwächer fallen die ESG-Aktivitäten der Unternehmen aus.
Die Ergebnisse zeigen zugleich, wie Organisationen handlungsfähig bleiben können: Es braucht sowohl unabhängige Kontrollstrukturen als auch Formate, die eine gemeinsame strategische Vision fördern. Fehlt eine dieser beiden Formen der Koordination, kann sich die strategische Lähmung verschärfen.