"Ein teilweiser Rückzug ist keine wirkliche Lösung"
27.02.2026
Warum Abschottung keine Antwort ist – und Resilienz durch gestaltete Offenheit entsteht.
27.02.2026
Warum Abschottung keine Antwort ist – und Resilienz durch gestaltete Offenheit entsteht.
Wissenschaft muss ihre eigenen Grenzen souverän bearbeiten, schreiben Benedikt Fecher und Prof. Dr. Ali Aslan Gümüsay in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
In ihrem Diskussionsbeitrag „Ein teilweiser Rückzug ist keine wirkliche Lösung“ antworten die Autoren auf Klaus Ferdinand Gärditz, der am 12. Februar 2026 für einen „mutigen Teilrückzug in den Elfenbeinturm“ plädiert hatte.
Ausgangspunkt ist eine reale Spannung: Wissenschaftliche Wissensproduktion, institutionelle Autonomie und öffentliche Glaubwürdigkeit besitzen eine offene Flanke gegenüber politischer Instrumentalisierung. Diese Verwundbarkeit zu ignorieren, wäre naiv.
Doch Abschottung ist keine Lösung. Resilienz entsteht nicht durch Rückzug, sondern durch bewusst gestaltete Durchlässigkeit. Dazu gehören stabile Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Praxis, belastbare Qualitätssicherung sowie eine souveräne Gestaltung der Kommunikationsräume.
Ein Teilrückzug in den Elfenbeinturm würde die Freiheit der Wissenschaft nicht sichern, sondern ihre gesellschaftliche Funktion unterlaufen und das Vertrauen in sie schwächen. Mutig wäre ein solcher Schritt nicht, sondern eine Preisgabe. Zudem bleibt fraglich, ob ein einmal geräumtes Feld später zurückgewonnen werden kann.