Abschlussarbeiten

Informationen und Themen für Ihre Bachelor- und Masterarbeit

Prozess

1. Allgemeine Hinweise
Allen Studierenden der betriebswirtschaftlichen Studiengänge und des Masters in Management & Digital Technologies (MMT) an der LMU München bieten wir zu mehreren Anmeldeterminen pro Jahr spannende Themen in unseren Forschungsbereichen an.

  • Die Themen der Abschlussarbeiten sind eng mit unseren laufenden Forschungs- und Projektthemen verknüpft. Damit stellen wir sicher, dass wir Ihre Arbeit bestmöglichst und erfolgreich betreuen können.
  • Themen außerhalb unserer Forschungsbereiche sind in Ausnahmefällen möglich, wenn Sie mit einer wohl durchdachten Forschungsidee und Forschungsdesign auf uns zukommen. Beachten Sie aber bitte, dass eine eigene Idee oftmals mehrere Exposé-Schleifen erfordert.
  • Bachelorarbeiten befassen sich meist mit aktuellen Trends aus unseren Forschungsbereichen. Meist beinhalten diese Arbeiten eine strukturierte Aufbereitung und Analyse von Studien zum Thema. Allerdings können auch empirische Arbeiten bearbeitet werden, sofern diese innerhalb der Bearbeitungszeit realisierbar.
  • Masterarbeiten sind bei uns im Allgemeinen empirisch quantitative oder empirisch qualitative Arbeiten.
  • Themen werden im Allgemeinen auf Englisch bearbeitet.
  • Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Hendrik Stahl hendrik.stahl@lmu.de.

2. Bewerbung
Die Bewerbung für Abschlussarbeitsthemen ist mit Hilfe des Mercator-Anmeldetools fortlaufend möglich. Nach Bewerbungseingang erfolgt eine vorläufige Zuteilung der Bewerber zu ausgeschriebenen Themen, verbunden mit der Aufforderung, ein Exposé anzufertigen. Erst im Anschluss ist die finale Vergabe und Anmeldung beim ISC möglich.
Da die Anzahl an Bewerbern schwer abschätzbar ist, können wir leider keine Aussage zur Erfolgswahrscheinlichkeit von Bewerbungen treffen. Wir sind aber bemüht, allen Bewerbern gerecht zu werden. Bewerbungen sind zu jedem Zeitpunkt im Jahr möglich.

Wenn Sie sich mit einem eigenen Themenvorschlag auf eine Abschlussarbeit bewerben wollen, nutzen Sie bitte ebenfalls das Mercator-Anmeldetool und laden Sie einen wohldurchdachten Themenvorschlag hoch, der zu einem unserer Forschungsthemen und Betreuer passen sollte. Der jeweils zuständige Betreuer meldet sich daraufhin bei Ihnen, ob eine Betreuung möglich ist. Bitte beachten Sie, dass die Bewerbung mit einem eigenen Themenvorschlag sechs bis acht Wochen vor der angestrebten Anmeldung beim ISC erfolgen sollte, so dass eventuelle Anpassungen am Themenvorschlag möglich sind.

3. Vergabe
Die Anzahl der zur Betreuung angenommenen Arbeiten richtet sich nach der jeweils aktuellen Kapazität. Bewerber, die erfolgreich an mindestens zwei Veranstaltungen an den Instituten für Electronic Commerce und Digitale Märkte (ECM), Digitales Management und Neue Medien (DMM), KI im Management oder an unserer Professur (DSS) teilgenommen haben, können bevorzugt berücksichtigt werden. Ein Teilnahme am Hauptseminar an unserer Professur (DSS) ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Bearbeitung einer Abschlussarbeit.

4. Exposé
Nach vorläufiger Zuteilung eines Themas werden Sie aufgefordert, ein Exposé (d.h. eine 3-4-seitige Zusammenfassung des geplanten Forschungsprojekts, um Zielsetzung, Fragestellung, Methodik und den theoretischen Hintergrund des Vorhabens klar und präzise darzustellen) bei Ihrem zuständigen Betreuer einzureichen. Hinweise zum Verfassen eines Exposés finden Sie unter Downloads am Seitenende.

5. Kolloquium
Nach der Anmeldung Ihrer Abschlussarbeit beim ISC ist die Teilnahme am virtuellen Abschlussarbeitenkolloquium verpflichtend. Im Rahmen des Kolloquiums werden Sie Ihre Abschlussarbeit zweimal präsentieren, einmal während der Bearbeitungszeit und das zweite Mal nach Abgabe der Abschlussarbeit. Für die Teilnahme am Kolloquium erhalten Sie jeweils vorab eine Einladung.

Termine Kolloquium: 09.12.2025, 13.01.2026, 04.02.2026, 25.02.2026, 25.03.2026, 16.04.2026, 06.05.2026, 20.05.2026, 17.06.2026, 08.07.2026, 05.08.2026, 16.09.2026, 07.10.2026, 28.10.2026, 25.11.2026, 16.12.2026. (Änderungen vorbehalten). -> Termine für 2027 werden im November bekannt gegeben



Unsere Forschungsthemen für Ihre Abschlussarbeit

Ob wir es merken oder nicht – Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags: Sprachassistenten beantworten Fragen, Algorithmen treffen Vorschläge und automatisierte Systeme unterstützen Entscheidungen. Auch in der Arbeitswelt verändert KI zunehmend, wie Prozesse gestaltet, Entscheidungen getroffen und Zusammenarbeit organisiert wird. Der Forschungsbereich zur Mensch-KI-Interaktion in der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Beschäftigte den Einsatz von KI erleben, wie Vertrauen, Fairness und Kontrolle entstehen und wie sich die Rollen zwischen Mensch und Maschine verschieben. Dabei geht es nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern auch um soziale Dynamiken, organisationale Verantwortung und die grundlegende Gestaltung einer menschengerechten digitalen Arbeitswelt.

Interessante Forschungsfragen:

  • Vertrauen in KI-gestützte Entscheidungen: Wann und warum verlassen sich Beschäftigte auf algorithmische Systeme?
  • Mensch-Maschine-Kollaboration: Wie verändert KI die Zusammenarbeit im Team und mit Führungskräften?
  • Wahrnehmung von Fairness und Kontrolle: Wie werden automatisierte Prozesse im Arbeitskontext als gerecht oder transparent empfunden?
  • Gestaltung von Akzeptanz: Welche Faktoren fördern die Bereitschaft, mit KI-Systemen produktiv/reflektiert zu arbeiten?

Betreuer: Hendrik Stahl

Kurzbeschreibung:

Digitale Technologien sind ein entscheidender Faktor Kundenwünschen erfolgreich zu erfüllen. Indem sie den gesamten Wertschöpfungsprozess transformieren, stellen digitale Technologien traditionelle Geschäftsstrategien in Frage und zwingen Unternehmen dazu, Kundenerwartungen im Voraus zu antizipieren, geeignete organisatorische Strukturen und Rollen zu implementieren und eine Organisationskultur zu entwickeln, die diesen neuen Anforderungen gerecht wird. Dies stellt etablierte Unternehmen vor eine Vielzahl von Herausforderungen, die oft zu grundlegenden organisatorischen Veränderungen führen, welche als digitale Transformation bezeichnet werden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, erkennen etablierte Unternehmen die zunehmende Notwendigkeit digitaler Innovationen, die den Kern der digitalen Transformation bilden. Ein Element, welches das Management digitaler Innovationen (digitale Produkt- und Serviceinnovationen, digitale Prozessinnovationen und digitale Geschäftsmodellinnovationen) erleichtert und die erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderungen ermöglicht, ist die Definition geeigneter Governance-Mechanismen. Traditionell befasste sich die Forschung zur IT-Governance hauptsächlich mit der Nutzung von IT-Assets, mit dem Fokus auf Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Mit der zunehmenden Bedeutung digitaler Technologien hat sich dieser Schwerpunkt jedoch geändert. So werden Flexibilität, Schnelligkeit und eine höhere Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen immer wichtiger, was zu tiefgreifenden Veränderungen in der Natur der IT-Governance führt.

Darüber hinaus werden digitale Fähigkeiten als entscheidend für den Erfolg digitaler Innovationen angesehen. Diese Fähigkeiten sind für Unternehmen unerlässlich, um anpassungsfähig zu sein und schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Dennoch sind sie in etablierten Unternehmen oft rar, was ein erhebliches Hindernis auf dem Weg zur digitalen Transformation darstellt und großes Potenzial für zukünftige Forschung bietet.

Interessante Forschungsrichtungen:

  • Digitale Governance Mechanismen zur Förderung digitalen Innovationen
  • Auswirkung von IT Governance Deviance auf den Unternehmenserfolg
  • Ermöglichung von unerlaubten IT-Experimenten bei gleichzeitiger Einhaltung der IT-Compliance
  • Governance Prinzipien, die helfen, Schocks und Unsicherheiten abzufedern
  • Die Rolle der IT-Abteilung bei digitalen Innovationen
  • Digital Readiness - welche (neuen) digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen sind für die digitale Transformation erforderlich und wie werden diese erlernt
  • Die Rolle der IT und digitaler Fähigkeiten für die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens

Betreuer:

Simon Riedle

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in personalbezogene Entscheidungen und Prozesse: Sie filtert Bewerbungen vor, schlägt Lerninhalte vor oder unterstützt Führungskräfte mit datenbasierten Empfehlungen. Was nach Effizienz klingt, wirft zugleich viele Fragen auf – etwa danach, wie objektiv, nachvollziehbar und akzeptiert solche Systeme wirklich sind. Die Forschung zum Einsatz von KI im Human Resource Management (HRM) untersucht, wie Menschen in Organisationen mit KI-gestützten Anwendungen umgehen, welche neuen Formen der Zusammenarbeit entstehen und welche Auswirkungen dies auf Machtverhältnisse, Vertrauen und Gerechtigkeit hat. Dabei wird deutlich: Es geht nicht nur darum, was KI kann, sondern wie wir sie im Sinne einer verantwortungsvollen und menschenzentrierten Arbeitswelt gestalten wollen.

Interessante Forschungsfragen:

  • Akzeptanz und Nutzung von KI-Tools im Recruiting und Onboarding
  • Wahrnehmung algorithmischer Entscheidungen in Personalbeurteilungen
  • Einfluss von KI auf Rollenverständnis und Identität von HR-Fachkräften
  • Gestaltung vertrauenswürdiger und transparenter HR-Systeme

Betreuer: Hendrik Stahl

Kurzbeschreibung:

In der heutigen digitalen Ära hat die Verbreitung von KI-gesteuerten Diensten zahlreiche Aspekte unseres Lebens revolutioniert, von personalisierten Empfehlungen und virtuellen Assistenten bis hin zu Gesundheitsdiagnosen und Finanzprognosen. Da diese Technologien zunehmend in unseren täglichen Routinen eingebettet sind, kann die Bedeutung der Datenschutzforschung nicht hoch genug eingeschätzt werden. KI-Systeme benötigen oft große Mengen an persönlichen Daten, um effektiv zu funktionieren, was erhebliche Bedenken hinsichtlich Datensicherheit, Nutzerzustimmung und ethischer Nutzung aufwirft. Diese Bedenken durch rigorose Datenschutzforschung anzugehen, ist nicht nur entscheidend für den Schutz individueller Rechte, sondern auch für die Förderung des öffentlichen Vertrauens, die Einhaltung regulatorischer Rahmenbedingungen und die ethische Entwicklung von KI. Diese Forschung ist entscheidend, um potenzielle Schwachstellen aufzudecken, Biases zu mindern und innovative Lösungen zu entwickeln, die Nutzerdaten schützen, ohne den technologischen Fortschritt zu behindern. Indem wir den Datenschutz bei KI priorisieren, können wir das komplexe Zusammenspiel zwischen technologischem Fortschritt und dem Grundrecht auf Privatsphäre navigieren und den Weg für eine sicherere und gerechtere digitale Zukunft ebnen.

Interessante Forschungsrichtungen:

  • Faktoren, die die Akzeptanz von KI-basierten Diensten beeinflussen
  • Anreize und Aspekte, die das prosoziale Teilen von Daten und Datenspenden erleichtern
  • Faktoren, die die Bereitschaft der Verbraucher beeinflussen, Daten zur Nutzung eines intelligenten Dienstes preiszugeben
  • Methoden zur Bewertung der Wertschätzung von Daten und Datenschutz durch den Verbraucher
  • Bewertung der Auswirkungen von datenschutzwahrenden Maßnahmen auf die Nutzung von KI-Diensten

Betreuer:

Alexander Zieglmeier

Kurzbeschreibung:

Die sich entwickelnde Struktur von Datenökosystemen, gekennzeichnet durch die Vernetzung verschiedener heterogener Datenquellen, Plattformen und Stakeholder, stellt neue Herausforderungen und Chancen für das Management und die Governance von Ökosystemen dar. Effektive Governance-Strategien sind unerlässlich, um Datenqualität, Sicherheit, Datenschutz und Compliance zu gewährleisten und gleichzeitig Innovation und Wertschöpfung zu fördern. Forscher können untersuchen, wie regulatorische, gesellschaftliche und geschäftliche Anforderungen mit dem Bedarf an Datenzugänglichkeit und -austausch in Einklang gebracht werden können. Darüber hinaus ist die Rolle aufstrebender Technologien wie Blockchain und KI bei der Verbesserung von Governance-Rahmenwerken ein vielversprechendes Forschungsfeld.

Interessante Forschungsrichtungen:

  • Entwicklung von Governance-Modellen, die den Schutz von Daten mit deren Nützlichkeit in Einklang bringen, einschließlich adaptiver Governance-Modelle für sich schnell verändernde Datenumgebungen
  • Untersuchung der sozio-technischen Herausforderungen bei der Etablierung von Ökosystemen und Governance
  • Untersuchung bewährter Verfahren für die Einbindung von Interessengruppen in Datenökosystemen
  • Entwicklung und Bewertung von KPIs zur Messung der Wirksamkeit von Governance-Modellen auf die organisatorische Innovation
  • Untersuchung der Rolle von Datenmanagement und Governance bei der Unterstützung von Nachhaltigkeitsinitiativen und unternehmerischer Sozialverantwortung

Betreuer:

Jannis Kolb

Kurzbeschreibung:

Unternehmen stehen unter zunehmendem Druck, ihre Nachhaltigkeitsauswirkungen gemäß dem Ansatz Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) zu bewerten und zu mindern. Informationssysteme können eine entscheidende Rolle dabei spielen, die ESG-Leistung durch die Bereitstellung genauer Echtzeitdaten und Analysen zu verfolgen, zu berichten und zu optimieren. Forscher können untersuchen, wie digitale Technologien wie Big Data, Blockchain und KI die Transparenz, Rechenschaftspflicht und Entscheidungsprozesse im Zusammenhang mit ESG-Zielen verbessern können. Darüber hinaus bietet die Entwicklung von Fähigkeiten und Rahmenwerken zur Integration von ESG-Kennzahlen in Unternehmensstrategien und -operationen ein vielversprechendes Forschungsfeld.

Interessante Forschungsrichtungen:

  • Untersuchung der Auswirkungen von Informationssystemen auf die Einhaltung von ESG-Standards
  • Erforschung branchenübergreifender Datenplattformen für das kollaborative und skalierbare Management von ESG-Zielen
  • Untersuchung der Auswirkungen von ESG-Regulierung auf Unternehmensstrategien und -fähigkeiten
  • Bewertung des Potenzials von KI bei der Identifizierung von ESG-bezogenen Trends und Mustern

Betreuer:

Simon Riedle

Kurzbeschreibung:

Lieferkettenunterbrechungen stellen Unternehmen vor eine Vielzahl an Problemen bei der Sicherstellung der Produktion und Lieferung ihrer Produkte. Als Reaktion darauf müssen Unternehmen Fähigkeiten entwickeln, um Gegenmaßnahmen gegen Störungen zu ergreifen und Resilienz zu erreichen. Informationssysteme können eine Schlüsselrolle bei der Erkennung, Minderung und Anpassung an größere Schocks spielen. Die Entwicklung von Rahmenwerken und Fähigkeiten für ein proaktives Risikomanagement, Echtzeitüberwachung und Notfallwiederherstellung ist für die Aufrechterhaltung der Geschäftskontinuität unerlässlich. Die Integration digitaler Strategien in die Gesamtstrategie des Unternehmens und die Auswirkungen der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften auf die digitale Widerstandsfähigkeit sind weitere vielversprechende Forschungsbereiche.Unternehmen stehen unter zunehmendem Druck, ihre Nachhaltigkeitsauswirkungen gemäß dem Ansatz Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) zu bewerten und zu mindern. Informationssysteme können eine entscheidende Rolle dabei spielen, die ESG-Leistung durch die Bereitstellung genauer Echtzeitdaten und Analysen zu verfolgen, zu berichten und zu optimieren. Forscher können untersuchen, wie digitale Technologien wie Big Data, Blockchain und KI die Transparenz, Rechenschaftspflicht und Entscheidungsprozesse im Zusammenhang mit ESG-Zielen verbessern können. Darüber hinaus bietet die Entwicklung von Fähigkeiten und Rahmenwerken zur Integration von ESG-Kennzahlen in Unternehmensstrategien und -operationen ein vielversprechendes Forschungsfeld.

Interessante Forschungsrichtungen:

  • Entwicklung eines Rahmens (z. B. Taxonomie), der die Art und die Merkmale von Schocks berücksichtigt
  • Untersuchung der Auswirkungen der Einhaltung von Vorschriften (z. B. AI-Act) auf Strategien zur digitalen Resilienz
  • Untersuchung der Rolle von Datenanalysen im proaktiven und reaktiven Risikomanagement
  • Entwicklung von Methoden zur kontinuierlichen Verbesserung der digitalen Resilienz
  • Entwicklung plattformbasierter Lösungen für die skalierbare Abschwächung und Anpassung an Schocks

Betreuer:

Simon Riedle